Marita Dinn (26) hatte ihren eigenen Backshop, Karola Prange (32) ist gelernte Bürokauffrau mit viel Berufserfahrung – aber bei Bewerbungen stolpert sie immer wieder über fehlende Englisch-Kenntnisse. Peter Weigel (30) hat für die Zeit nach seiner Qualifizierung bereits einen Posten als kaufmännischer Leiter in einem mittelständischen Unternehmen in Aussicht. Und Efoué Ekpé Mensahadji (47), technischer Zeichner aus Togo, möchte seine Mehrsprachigkeit ausbauen (Deutsch, Französisch und seine afrikanische Muttersprache), um im Im- und Exporthandel zu arbeiten.
Alle vier sind zurzeit arbeitslos – und sie haben jetzt eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind Stipendiaten des Instituts für Lernsysteme (ILS) und können an einer kostenlosen Weiterbildung nach Wunsch teilnehmen. Die allein erziehende Mutter Marita Dinn möchte ihr Abitur in einem 30-monatigen Fernlehrgang erreichen. Karola Prange absolviert den 15-monatigen "Englisch-Vollehrgang". Peter Weigel paukt 21 Monate lang für "Geschäftsführung in Mittelbetrieben", und Efoué Ekpé Mensahadji lernt zwölf Monate Französisch für Wirtschaftskorrespondenten.
"Die Idee hatten wir anlässlich unseres 25-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr", sagt Dr. Martin Hendrik Kurz, kaufmännischer Leiter des ILS. Das Institut gehört zur Klett-Gruppe und ist nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent der größte Anbieter staatlich zugelassener Fernlehrgänge in Deutschland. 30 000 Teilnehmer zählt das ILS pro Jahr.
25 Stipendien im Wert von insgesamt 125 000 Euro wurden vom ILS vergeben, Schirmherr der Aktion ist Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust. Die Auswahlkommission bestand aus zwölf hochrangigen Vertretern aus Kirche, Wirtschaft, Medien und Politik, darunter die Personalleiter von Airbus Deutschland und vom Otto Versand. Geschäftsführer Kurz über das wichtigste Kriterium der Kommission: "Es musste ganz klar eine Bedürftigkeit gegeben sein. Wer seine Weiterbildung auf andere Weise finanzieren konnte, kam nicht in Frage." Das zweite Kriterium: "Der Lehrgang, den die Kandidaten machen wollten, musste ihnen echte Erfolgschancen und eine glaubwürdige Perspektive bieten."
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