30 Jahre erfolgreicher Fernschulunterricht

Mi, 12. Mai 2010
Quelle: Anzeigenkurier

7500 Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt nach deutschen Lehrplänen unterrichtet

Hamburg. Als das ILS im Jahr 1980 von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen den Zuschlag bekam, um im Auftrag des Auswärtigen Amtes Fernunterricht für deutsche Schüler im Ausland zu entwickeln, erhielten Kinder die Möglichkeit, auch an Orten fernab von deutschen Schulen nach deutschen Bildungsplänen zu lernen. Bereits ein Jahr später starteten die ersten sechs Fernschüler und zwei Fernlehrer mit dem Unterricht der fünften Klasse. 1986 war das Unterrichtsprogramm komplett für die Klassen 5 bis 10 in allen drei Schularten aufgebaut. Damals wurden im Jahr rund 100 Schüler aus der Ferne unterrichtet, heute sind es über 900. "Seit 1980 ist der Bedarf deutlich angestiegen, denn immer mehr Menschen gehen aus beruflichen Gründen ins Ausland", weiß Inge Döll-Krämer, Leiterin des ILS-Fernlehrwerks, "darunter sind auch Eltern, die vor Ort keine geeignete Schule für ihre Kinder vorfinden und froh über die Möglichkeit des Fernunterrichts sind."

Die Fernschüler im Ausland erhalten die vollständigen Materialien für 15 Fächer alle sechs Monate per Luftpost – darunter auch Tuschkästen und physikalisch-chemische Versuchsgeräte. Im Jahr 2003 fand die erste Videokonferenz statt – ein weltweiter Elternabend, der alle fünf Kontinente miteinander vereinte. Heute gehört ein Online-Campus zum Standard. Hier können Schüler miteinander chatten und Fragen an ihre Fernlehrer senden oder sich auch einfach nur anschauen, wie sie im Vergleich mit anderen abschneiden, die in den vergangenen 24 Monaten die gleiche Klassenstufe irgendwo auf der Welt durchlaufen haben. [...] Genau so wichtig sind die Eltern, die oftmals die einzigen direkten Gesprächspartner für ihre Kinder sind. " Wir unterstützen die Eltern vom ersten Tag an, denn sie müssen gelegentlich mit Lernwiderständen umgehen und verstehen, in welchen Bereichen ihre Kinder Schwierigkeiten haben könnten." Zu diesem Zweck gibt es ein spezielles Elternhandbuch und wöchentliche Elternberatungen. Außerdem werden in einem Fragebogen zu Beginn der Fernschulzeit die besonderen Lebensumstände der Kinder im Ausland ermittelt, um diese in der individuellen pädagogischen Betreuung berücksichtigen zu können. "Mir hat das Elternhandbuch schon oft geholfen, den Lernprozess meiner Kinder geduldig zu begleiten", erzählt Angelika Raimann, die mit ihrer Familie in Ecuador lebt. "Und bei vielen Fernlehrern haben wir regelrecht das Gefühl, sie persönlich zu kennen, so intensiv ist die Betreuung aus der Ferne." Von 1981 bis 1990 wurde der Aufbau des ILS-Fernlehrwerks von einer wissenschaftlichen Untersuchung an der Universität Hamburg begleitet. Die Ergebnisse belegen eine reibungslose Wiedereingliederung der Schülerinnen und Schüler nach ihrer Rückkehr ins deutsche Schulsystem. Seit 1990 hat sich daran nichts geändert. Auch viele erfolgreiche staatliche Abschlussprüfungen am Ende der Sekundarstufe I untermauern die Kompetenz einer Ausbildung per Fernunterricht.

Diese Erfahrungen kann auch Familie Libuda bestätigen, die mit drei Kindern 13 Jahre lang überwiegend in Russland gelebt hat, und nun seit Sommer 2009 wieder zurück in Deutschland ist.

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ILS-Pressestelle c/o Laub & Partner GmbH · Melanie Thieme
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