In Stellenanzeigen werden oft Jobs beschrieben, für die es gar keine spezifische Berufsausbildung gibt. Das ist besonders im IT-Bereich der Fall, der – verglichen mit traditionellen Handwerksberufen – noch recht jung ist. Beispielhaft dafür ist der Netzwerkadministrator. Der konfiguriert, überwacht, betreibt oder pflegt Datennetze für Computer und kümmert sich um integrierte Telekommunikationsnetze für Telefonie, Videokonferenzen oder Funknetze. Diese Experten werden überall gebraucht, wo mehrere Computer an einem System hängen und Probleme verursachen können, im Krankenhaus genauso wie an einer Universität.
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Eine klassische Berufsausbildung gibt es für diese Stellen nicht. Stattdessen bieten Kammern, private Einrichtungen sowie Hersteller von Hard- und Software Weiterbildungen zum Netzwerkadministrator an – mit recht unterschiedlichen Inhalten. Der Bundesverband der IT-Industrie und die Gewerkschaften setzen bei der Qualifizierung zum Netzwerkadministrator auf das bundeseinheitliche IT-Weiterbildungssystem, gefördert vom Bundesbildungsministerium.
Wer sich darüber hinaus zum IT-Spezialisten wie dem Administrator fortbilden will, muss einen der vier Ausbildungsberufe im IT-Bereich, zum Beispiel IT-System-Elektroniker oder Informatikkaufmann, gelernt haben. "Wer keine einschlägige IT-Ausbildung durchlaufen hat, kann das durch mehrjährige Praxis kompensieren", sagt Schmidt. "Sechs Monate bis maximal zwei Jahre dauert die Weiterbildung parallel zum Beruf."
Nach bestandener Prüfung bekommen die Teilnehmer ein international gültiges Zertifikat "IT-Spezialist" nach den internationalen Normen der Personenzertifizierung (ISO/IEC 17024:2003). Etwa 1000 Euro kostet die Zertifizierung. Die Ausbildung übernehmen bundesweit verschiedene Anbieter. Beim Institut für Lernsysteme (ILS) in Hamburg zum Beispiel gibt es keine Zulassungsvoraussetzungen für den Fernkurs Netzwerkadministrator. "Unsere Lehrgangsteilnehmer sind vorwiegend Berufstätige", sagt Werner Müller vom Informatik-Lehrinstitut. Sie müssen für den 21 Monate dauernden Lehrgang 3045 Euro aufbringen, können aber in Raten zahlen. "Fernkurse sind steuerlich absetzbar, eine Förderung durch Bildungsgutscheine ist möglich." Zu den Lerninhalten zählen Grundlagen der Telekommunikation, Verwaltung einer Serverumgebung, aber auch Datenfernübertragung und Rechnernetze.
Auch wenn sich nach Müllers Einschätzung die IHK-Abschlüsse in der IT nicht so durchgesetzt haben wie im kaufmännischen oder technischen Bereich, bieten viele Kammern die Lehrgänge zum Netwerkadministrator an. "Ein Nachweis, als IHK-Zertifikat oder durch Personenzertifizierung, erhöht auf alle Fälle die Job-Chancen", sagt Jochen Reinecke vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin.
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