Die Bildungsbranche erlebt in Deutschland gerade einen nie geahnten Boom. Doch was sind die Ursachen? Und wie kann man als Verbraucher von den neuen Lerntrends profitieren? Ein Exklusiv-Interview mit Ingo Karsten, dem Chef des größten deutschen Fernlehrinstituts.
Zu wenig Geld für Schulen und Hochschulen, nicht genügend Akademiker – internationale Experten stellen dem deutschen Bildungssystem ein schlechtes Zeugnis aus.
Herr Karsten, haben die Deutschen die Lust auf Bildung verloren?
Ganz im Gegenteil. Wir erleben in der Erwachsenenbildung derzeit einen regelrechten Boom.
Können Sie das belegen?
Selbstverständlich – zum Beispiel mit der Entwicklung an unserem Institut für Lernsysteme, dem ILS: 1998 hatten wir gerade mal 10 000 Schüler. Heute sind es über 75 000. Deutschland ist hungrig nach Bildung.
Welche Gründe sehen Sie dafür?
Viele Menschen haben begriffen, dass sie für ihre Karriere und ihren beruflichen Erfolg selbst verantwortlich sind. Und dieser Verantwortung stellt man sich am besten, indem man sich weiterbildet, sich zusätzliche Qualifikationen aneignet.
Funktioniert der Arbeitsmarkt denn wirklich so einfach?
Aktuelle Umfragen beweisen das. Personalmanager suchen heute gezielt nach Mitarbeitern, die sich neben dem Job weiterbilden. Ist doch ganz klar: Wer einen Kurs im Fernunterricht zu Ende bringt, ist motiviert, gut organisiert und verfolgt seine Ziele mit höchster Disziplin.
Andererseits ist es beim Fernlernen besonders schwer, durchzuhalten, oder?
Nicht unbedingt. Beim ILS bleiben mehr als drei Viertel der Kunden bis zum Schluss dabei. Und die Bestehens-Quote bei den Prüfungen liegt bei über 90 Prozent!
Sie bezeichnen Ihre Schüler durchweg als "Kunden". Warum?
Das ist Teil unserer Philosophie. Sobald jemand einen Kurs bei uns vorzeitig abbricht, müssen wir uns fragen: Was haben wir falsch gemacht? Ich glaube, genau in dieser Haltung könnte die Zukunft für jede Art von Schule liegen: Wie kann ich den optimalen Rahmen dafür schaffen, dass das Lernen wirklich gelingt?
Nennen Sie uns ein paar Beispiele!
Stichwort Beratung: Wir haben eine Hotline, über die wir jeden Monat mit 12 000 Menschen über ihre berufliche Zukunft sprechen – kostenlos. Zudem bekommt jeder Kunde seinen persönlichen Studienberater zur Seite gestellt. Und: Im Internet können unsere Kunden die größte Fernlernplattform Europas nutzen…
…und damit geht das Lernen dann wie von selbst?
Machen wir uns nichts vor: Auch Fernlernen ist anstrengend, zumal es zusätzlich zu den täglichen Aufgaben in Beruf und Familie stattfindet. Wer beim ILS einen Kurs belegt, muss mindestens sechs Stunden pro Woche investieren. Das ist ein Berg, auf den letztlich jeder allein klettern muss. Wir können nur für die Stufen sorgen, die den Aufstieg erleichtern.
Apropos Investition: Ihre Kurse kosten im Durchschnitt 115 Euro pro Monat…
…und das sind sie auch wert! Unsere Fernstudierenden bekommen ja nicht nur hochwertige Studienunterlagen – in der aktuellsten Auflage per Print-on-demand-Verfahren in unserer hauseigenen Druckerei an dem Tag gedruckt, an dem sie versendet werden –, sondern sie werden von Experten und Lerncoaches individuell betreut – per E-Mail, Telefon oder Post, ganz wie gewünscht. Unsere Erfahrung zeigt übrigens: Wer selbst zahlt, lernt viel zielstrebiger und motivierter. [...]
Welche Fortbildungen sind bei Ihnen derzeit besonders gefragt?
Alles, was mit Wirtschaft zu tun hat – denn ohne dieses Wissen, komme ich in keine Führungsposition. Darüber hinaus erleben wir derzeit einen Boom bei den Themen Psychologie, Gesundheit und Ernährung. Das sind Berufsfelder, die bislang unterschätzt wurden. Auch technische Berufe sind wieder stärker gefragt. Kein Wunder: Deutschland braucht qualifizierte Fachkräfte. Das ist ein sicherer Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft.
ILS-Pressestelle c/o Laub & Partner GmbH · Melanie Thieme
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