Ursprünglich studierte Martina Pilger Fremdsprachen - doch weil sie ihrem Mann im neu eröffneten Restaurant zur Seite stehen wollte, verließ sie die Uni ohne Abschluss. Als dann die Ehe in die Brüche ging, hatte sie keinerlei Berufsausbildung. "Mit drei Kindern und ohne Ausbildung sah ich auf dem Arbeitsmarkt keine Chance. Also musste ich mich um einen Bildungsabschluss kümmern!" Zunächst zog sie zu ihren Eltern nach Ostfriesland und nahm dort eine befristete Stelle als Bäckerei-Verkäuferin an. Doch dass die harte Arbeit im Schichtdienst nicht ihren Vorstellungen und Wünschen entsprach, merkte sie schnell. Per Fernunterricht erarbeitete sie sich den Grundstein für eine berufliche Karriere.
Die Weiterbildungsmethode Fernlehrgang bot ihr die Chance - auch bei der Doppelbelastung durch Fulltime-Job und drei Kinder - sich flexibel weiterzubilden und ihrem Leben eine neue Wendung zu geben. Mit viel Elan und Ehrgeiz ging sie an die Herausforderung heran und belegte den Fernlehrgang "Geprüfte/r Managementassistent/in (bSb)" am ILS. "Während des Schichtdienstes habe ich entweder abends, wenn die Kinder im Bett oder morgens wenn sie im Kindergarten und in der Schule waren, gelernt." 2006 beendete sie den Kurs in Rekordzeit mit der Traumnote 1,1 und wurde für ihre hervorragende Leistung mit dem Preis "Fernlernerin des Jahres 2007" ausgezeichnet, der vom Fachverband Forum DistancE-Learning zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung vergeben wird.
Schon bei ihrer ersten Bewerbung punktete Martina Pilger mit dem Lehrgang: Sie bekam den Job als Sachbearbeiterin beim Kurverein Neuharlingersiel. Ihr Arbeitgeber war so überzeugt von der Weiterbildung, dass sie sogar Sonderurlaub für die Abschlussprüfung erhielt. Heute leitet sie das Geschäftszimmer des Historischen Seminars II an der Universität Köln. "Durch den Fernlehrgang stehe ich heute auf eigenen Beinen. Ich bin viel selbstbewusster geworden und weiß: Ich kann mich auf mich selbst verlassen."