Trotz anhaltender Wirtschaftskrise kennen Arbeitgeber den Wert von betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen für den Unternehmenserfolg: 2010 wollen daher 48 Prozent der Betriebe in Deutschland mit mehr als 150 Mitarbeitern ihren Weiterbildungsetat unverändert zum Vorjahr beibehalten – 15 Prozent planen sogar, ihr Budget für Fortbildungen weiter auszubauen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Studie im Januar unter 300 Personalverantwortlichen, die zum fünften Mal durchgeführt wurde. Demnach geben lediglich 8 Prozent der Befragten an, Kürzungen im Weiterbildungsetat vorzunehmen – 2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
In 27 Prozent der befragten Unternehmen gibt es keinen festen Etat für Weiterbildungen. [...] Gerade kleinere Betriebe mit bis zu 300 Mitarbeitern planen verstärkt, ihr Weiterbildungsbudget flexibel zu halten (2010: 34 Prozent; 2009: 23 Prozent). "Dieses Ergebnis deckt sich mit unseren Erfahrungen", so Rainer Paetsch, vom ILS Institut für Lernsysteme. "Arbeitgeber wissen, dass die Investition in die Mitarbeiter über die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens entscheidet, doch der Einsatz von Qualifizierungsmaßnahmen wird individueller geplant, ebenso steigen die Ansprüche an die Effizienz einer Fortbildung."
Fernlernen als zeit- und kosteneffiziente Fortbildungsmethode gewinnt daher immer stärker an Relevanz: Dabei entfallen Zeitaufwand und Kosten für Anreisen, zudem können fernunterrichtsbasierte Weiterbildungen flexibel in den Arbeitsalltag der Unternehmen integriert werden.
Für 91 Prozent der Personalverantwortlichen steht ferner fest, dass ein kontinuierliches Weiterbildungsangebot die Innovationskraft eines Unternehmens erhöht. Ebenso verbessern betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen die Motivation und Loyalität der Angestellten – davon gehen 89 sowie 69 Prozent der Personalchefs aus. Fortbildungsangebote in Unternehmen stärken nicht nur die Zufriedenheit und die Bindung der Mitarbeiter, sondern beeinflussen auch die Außenwirkung eines Betriebes: 86 Prozent der Personalchefs sind davon überzeugt, dass ein Weiterbildungsangebot das Image eines Unternehmens positiv beeinflussen kann. "Im Zeitalter des demografischen Wandels ein wichtiger Punkt: Denn wer als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird, hat bessere Chancen im Wettbewerb um hoch qualifizierte Fachkräfte – und die werden zukünftig immer seltener", erklärte Paetsch.
Für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ist es essenziell, immer auf dem neuesten Stand der modernen Technologien zu sein. Doch auf dem Arbeitsmarkt fehlt es zunehmend an jungen, nach dem aktuellsten Wissensstand qualifizierten Arbeitnehmern. Damit Unternehmen trotzdem mithalten können, muss stärker in die kontinuierliche Weiterbildung investiert werden, davon sind sechs von zehn Personalverantwortlichen überzeugt. Gleichzeitig sehen 84 Prozent der Personalchefs einen größeren Bedarf an individueller Qualifizierung durch die Verschärfung des wirtschaftlichen Wettbewerbs. Und mehr noch: Umfassend qualifizierte Mitarbeiter sollen das Unternehmen voranbringen. Deshalb muss betriebliche Weiterbildung immer ein Stück über den momentanen Wissensbedarf eines Unternehmens hinausgehen, meinen acht von zehn Personalern.
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