Karriereschub aus dem Netz

Do, 02. Juni 2005
Quelle: W & V Werben und Verkaufen

Eine gute und umfassende Qualifikation ist in den Medien- und Werbeberufen wichtiger denn je. Dem tragen Fernlehrinstitute Rechnung – sie haben ihr Angebot für die Kommunikationsbranche erweitert.

Als der Handwerker Roy Sämerow 1996 in seinem Betrieb verkündete, Werbetexter werden zu wollen, erntete er bei seinen Kollegen zunächst nur Häme und Kopfschütteln. Der Sprung von der Baustellenwelt des Malerhandwerks in die schicke Szene der Agenturen und Medienhäuser erschien den meisten doch ein wenig zu ehrgeizig. Doch Sämerow ließ sich von der Skepsis nicht beirren und begann nach Feierabend im Rahmen des Fernlehrgangs "Werbetexter" zu büffeln. Parallel knüpfte er Kontakte zu Agenturen, erhielt erste Honoraraufträge und intensivierte auf diese Weise allmählich die Verbindungen zu einer ihm bis dahin unbekannten Berufswelt. "Zum Schreiben habe ich immer eine Affinität gehabt, doch erst der Fernlehrgang bot eine Basis für den beruflichen Wechsel", sagt Sämerow, der nach einigen Angestelltenjahren inzwischen in Köln mit der Firma "alle Freiheit" eine eigene Werbeagentur führt.

Von der Baustelle zur eigenen Agentur – der erfolgreiche Abschluss eines Fernlehrgangs ist nicht unbedingt ein Garant für eine derart dynamische Karriere: "Als Seiteneinsteiger benötigt man viel Motivation und Kontaktfähigkeit", sagt Sämerow. "Doch das Fernstudium hat mir das nötige Selbstvertrauen gegeben. Als ich bei meinem ersten Vorstellungsgespräch zum ersten Mal eine Agentur von innen sah, hatte ich bereits das Gefühl, mich gut auszukennen."

Sämerows Engagement ist typisch für eine Lern- und Weiterbildungsform, die noch immer vorrangig von privater Eigeninitiative lebt: 188 972 private Fernlernende standen im vergangenen Jahr lediglich 7668 Fernlernenden im Rahmen innerbetrieblicher Weiterbildungsmaßnahmen gegenüber. Wer nach Feierabend noch Lernbögen büffelt, wird in Deutschland eher von seinem eigenen Ehrgeiz als durch den Arbeitgeber motiviert. Gründe für den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen via Fernunterricht gibt es jedoch nicht nur für Einsteiger, sondern auch für qualifizierte und beruflich etablierte Kräfte. Nach Ansicht der Fernlehrinstitute gilt dies in besonderem Maß für die Kommunikationsbranche: "Der Trend in Agenturen und Medienhäusern geht unter dem Stichwort Cross Media eindeutig in Richtung ganzheitliche Kommunikation. Das bedeutet, dass der Einzelne in allen Teilgebieten der Kommunikation kompetent sein muss. Die Fernlernenden kommen zunehmend aus allen Bereichen der Medien- und Werbebranche", berichtet Dörte Giebel, Sprecherin des Verbands Forum DistancE-Learning. Teilnehmer aus der Kommunikationsbranche wollen in Fernlehrgängen häufig ihre kreativen und administrativ-technischen Kenntnisse in ein besseres Gleichgewicht bringen: Typisch sind etwa der Texter mit geisteswissenschaftlichem Hintergrund, der seine BWL-Kenntnisse verbessert, oder die Verlagskauffrau, die mehr über die Geheimnisse gelungener Mediaplanung wissen will. So wird der 15-monatige vom Institut für Lernsysteme angebotene Fernlehrgang "Werbetexter" überdurchschnittlich von Grafikern und Mediengestaltern, aber auch von branchenfremden Berufsgruppen wie Hotel- und Bankfachleuten belegt. Den Lehrgang "Werbeberater" wiederum absolvieren vor allem Produktmanager, Vertriebsassistenten und Redakteure.

Unterschiedlicheste Berufssparten zeigen zudem ein wachsendes Interesse an Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Online-Werbung und E-Commerce. Kurse wie "Online-Handel" und "Mobile Commerce" sowie der ILS-Lehrgang "Multimedia-Designer" locken viele Quereinsteiger an und zählen zu den Verkaufsschlagern der Branche.

Vorheriger Beruf ist nicht relevant

Als offen für Seiteneinsteiger präsentiert sich das neue, von der deutschen Presseakademie in Berlin angebotene Fernstudium "PR/Öffentlichkeitsarbeit": "Ob die Teilnehmer zuvor Juristen, Journalisten, Dolmetscher oder Chemiker waren, ist nicht relevant", meint Akademie-Studienleiter Peter Nietzold. "Allerdings ist es von Vorteil, wenn schon erste Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit gesammelt wurden, etwa als Assistent der Geschäftsführung oder innerhalb einer Agentur. Entscheidend aber ist das Motiv, in der PR-Branche arbeiten zu wollen."

Angestellte, die sich mittels Fernunterricht weiterbilden wollen, sollten sich nicht scheuen, ihre Vorgesetzten um Unterstützung zu bitten: "Wir beobachten, dass Unternehmen in Deutschland zunehmend das Potenzial von Fernunterricht zur innerbetrieblichen Weiterbildung erkennen", beobachtet Giebel. Chefs, die sich quer stellen, sollte man deshalb mit gewichtigen Gegenargumenten konfrontieren: Denn bei Fernlehrgängen sind die Personalausfallzeiten meist deutlich geringer als bei Präsenzveranstaltungen. Zudem entstehen keine Reisekosten. Fernlehrgänge kommen unabhängig von der Teilnehmerzahl zustande und können zu jedem Zeitpunkt begonnen werden.

Die Institute sind unterdessen bemüht, die multimedialen Möglichkeiten ihrer Kursangebote zu betonen. Sie sprechen deshalb nicht mehr von Fernunterricht, sondern von E-Learning. Tatsächlich lässt sich mancher Lernvorgang mittels digitaler Vernetzung heute erheblich beschleunigen: Bei einer Reihe von Kursen werden schriftliche Anfragen an die Tutoren innerhalb weniger Stunden beantwortet. Online-Studienzentren ermöglichen interaktive Lerneinheiten und eine leichtere Vernetzung mit anderen Kursteilnehmern. Drei von vier Fernlehrinstituten unterstützen ihre Kurse mittlerweile elektronisch, wobei de Kursteilnehmer den für sie optimalen Grad an elektronischer Kommunikation häufig selbst auswählen können.

Engagement und Motivation werden die Teilnehmer jedoch auch künftig nicht aus dem Netz herunterladen können. Wer sich für einen – möglicherweise selbstfinanzierten – Fernkurs interessiert, sollte deshalb zuvor die eigenen Willenskräfte einschätzen lernen: Denn die Vorteile dieser Weiterbildungsform – Flexibilität und selbstbestimmtes Lernen in Abstimmung mit der eigenen Lebenssituation – können sich durchaus auch als Nachteile erweisen. Ein wöchentliches Lernpensum von sechs bis zwölf Stunden zusätzlich zur Erwerbsarbeit erfordert Disziplin und einen nicht unerheblichen Verzicht auf Freizeit. Die Zahl der Kursabbrecher ist in den vergangenen Jahren dennoch zurückgegangen: "Die Kündigungsquote, die vor fünf Jahren noch bei über 30 Prozent lag, ist in den letzten beiden Jahren auf unter 20 Prozent gefallen. Die Studenten, die sich für ein Fernstudium entschieden haben, sind sich der Notwendigkeit beruflicher Weiterbildung heute stärker bewusst als früher", berichtet ILS-Geschäftsführer Ingo Karsten.

Wer einen anstrengenden Fernkurs durchhalte, könne auf dem Arbeitsmarkt auf größere Anerkennung rechnen: "Die Absolventen haben nicht nur zusätzliche Fachkenntnisse erworben, sondern auch Soft Skills wie Selbstmotivation und Ehrgeiz unter Beweis gestellt. Bei den Arbeitgebern kommt das gut an."

Probestudium schafft Klarheit

Wer im Zuge seiner Karriereplanung nach passenden Fernunterrichtsformen Ausschau hält, sollte die Qualität des Anbieters zuvor unter die Lupe nehmen: Erleichtert wird die Suche durch die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU), die berufsbezogene Fernkurse seit 1977 nach strengen Kriterien begutachtet und prüft. Praxisbezug und Didaktik des Angebots werden ebenso unter die Lupe genommen wie die Qualität der pädagogischen Betreuung. Die regelmäßige Überprüfung der Kursverträge und des Werbeverhaltens schützt zudem vor unliebsamen Überraschungen nach Vertragsabschluss. Wer einen staatlich zugelassenen Kurs belegt, kann zum Beispiel innerhalb von 14 Tagen kostenlos von seinem Vertrag zurücktreten und jederzeit nach Ablauf des ersten Halbjahres nach Vertragsabschluss von seinem dreimonatigen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Darüber hinaus werden gleichbleibende Studiengebühren für die gesamte Dauer des Lehrgangs garantiert. Vor dem Hintergrund dieser Rechtssicherheit lohnt es sich, die verschiedenen Angebote genau zu vergleichen und im Zweifelsfall die Möglichkeit zu einem 14-tägigen Probestudium zu nutzen. Einen ausführlichen Überblick über rund 630 staatlich zugelassene Fernlehrgänge bietet eine Info-Broschüre des Forums DistancE-Learning, die telefonisch unter 040/675 20 – 280 oder im Internet unter www.forum-distance-learning.de angefordert werden kann.



ILS-Pressestelle c/o Laub & Partner GmbH · Melanie Thieme
Tel.: 040 / 656 972-13 · Fax: -50 · E-Mail: melanie.thieme@laub-pr.com

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