Lernen im Netz besonders gefragt

Mi, 27. Oktober 2004
Quelle: Computerwoche

Nutzer wollen damit ihre Karrierechancen erhöhen.

Die positive Entwicklung ist damit zu erklären, dass die Institute moderne Lehr- und Lernmethoden konsequent integriert und ihr Image ebenso zielgerichtet modernisiert haben: Statt von Fernunterricht spricht man heute von Distance-Learning.

Praktisch gleich geblieben ist demgegenüber die Interessenlage der Teilnehmer: Laut Statistischem Bundesamt interessieren sich rund ein Viertel der Lernenden für Angebote zum Thema "Wirtschaft und kaufmännische Praxis", weitere knapp 20 Prozent wollten nachträglich Schulabschlüsse erwerben oder staatliche Prüfungen ablegen. Bei weitem die meisten Fernschüler möchten also ihre Berufs- und Karrierechancen verbessern oder gar ein zweites Standbein schaffen. Die Chancen, dass dies gelingt, stehen gut: "Fernlehrgangs-Absolventen sind bei Arbeitgebern sehr beliebt", sagt Martin Kurz, Präsident des Forum Distance-Learning, des Fachverbandes für Fernlernen und Lernmedien (www.forum-distance-learning.de), "denn sie beweisen Eigeninitiative und Selbstdisziplin." Entsprechend hoch sind ihre Anforderungen an ein modernes Kursangebot.

Mehr als drei Viertel aller Fernlehrinstitute unterstützen ihre Kurse elektronisch. Oft können die Teilnehmer den für sie geeigneten Grad an E-Learning-Anteilen auswählen. Das Hamburger ILS – Institut für Lernsysteme (www.ils.de) beispielsweise kombiniert bei einem Großteil seiner über 180 Fernlehrgänge die traditionellen Studienhefte mit Lernvideos, Trainingseinheiten auf CD-ROM sowie ergänzenden virtuellen Arbeitsgruppen. Indes belegt die Statistik auch, dass sich die Mehrzahl der Kursteilnehmer eine qualifizierte Begleitung wünscht. ILS-Geschäftsführer Ingo Karsten: "E-Learning-Komponenten allein sagen nichts über die Qualität der Kurse aus. Von Bedeutung sind intelligente didaktische Konzepte, ein für das Erreichen der Lernziele günstiger Medienmix und vor allem eine umfassende Betreuung der Lernenden. Benötigt werden dafür fachlich qualifizierte Tutoren, die Anregungen geben und motivieren."

Immerhin 17 Prozent aller staatlich zugelassenen Fernlehrgänge vermitteln nach Auskunft der Kölner Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU), eine Art "Fernkurs-TÜV", DV-Fachwissen. "Gerade im IT-Bereich ist der Innovationsdruck heute besonders hoch", sagt Kirsten Huter, pädagogische Leiterin der Hamburger Akademie für Fernstudien (www.smartlearn.de). "IT-Profis und Computeranwender quer durch alle Positionen müssen sich ständig weiterbilden, um in ihrem Beruf am Ball zu bleiben." Dementsprechend werde das Angebot auf allen Qualifikationsstufen ständig aktualisiert und erweitert. Es reicht vom "ECDL – Europäischen Computer-Führerschein" bis zum "Netzwerkadministrator". Die Hamburger Akademie erlebt zurzeit, genau wie das ILS, einen Nachfrageboom nach IT-Kursen. "IT-Themen und die Methode Fernunterricht stoßen durch die verstärkte Nutzung der neuen Medien auf besonderes Interesse", so Huter. Smart-Learn, das Lerntyp-orientierte Fernstudienkonzept der Hamburger Akademie, soll den unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen der Studierenden entgegenkommen.

Das ILS, Deutschlands größtes Fernlehrinstitut, bündelt seine IT-Kurse dagegen gleich in einem eigenen Informatikinstitut. Derzeit sind von rund 55 000 ILS-Studierenden etwa 6000 in den 29 Informatikfernlehrgängen eingeschrieben. (hk)



ILS-Pressestelle c/o Laub & Partner GmbH · Melanie Thieme
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