Wie Fernschulen vom E-Learning profitieren

Di, 29. Dezember 2009
Quelle: wirtschaft + weiterbildung

ERFAHRUNGSBERICHT. Seit 1999 betreibt die Hamburger Fernschule ILS ein Online-Studienzentrum. Anfang 2010 soll es zur "virtuellen Community" ausgebaut werden. Über seine Erfahrungen mit E-Learning-Angeboten sprach ILS-Geschäftsführer Ingo Karsten mit "wirtschaft + weiterbildung".

77.000 Teilnehmer hatten sich in 2008 beim ILS, dem Institut für Lernsysteme in Hamburg, eingeschrieben. Die größte deutsche Fernschule, die zum Beispiel als "die" Adresse gilt, um verpasste Schulabschlüsse nachzuholen, bleibt weiterhin Marktführer.

Von den 77.000 Teilnehmern gehen derzeit 42.000 User mindestens einmal pro Woche in das Online-Studienzentrum. Welche Erfahrungen das ILS mit solch einem Internettreffpunkt gemacht hat, erläutert ILS-Geschäftsführer Ingo Karsten:

1. Lehrbriefe sind durch nichts zu ersetzen

Das ILS hat seit 1999 mehrere Marktstudien durchgeführt, ob der Versand von Studienbriefen nicht durch Lektionen zum Downloaden ersetzt werden könnten. Das Ergebnis war jedes Mal, dass die Rücktrittsquoten genauso "deutlich" anstiegen wie die Kündigungsquoten. "Sobald wir Lehrgänge haben mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten, brauchen die das Studienheft", ist sich Karsten im Rückblick sicher. "Zum Lernen, zur reinen Wissensvermittlung eignen sich Studienhefte am besten.

Das bestätigen uns sogar die Studenten von IT-Studiengängen. Eine Lernplattform im Internet kann nur ergänzend eingesetzt werden und dient vorrangig dazu, zu üben und sich mit anderen Lernern zu vernetzen." Das ILS unterhält deshalb eine sehr große On-Demand-Druckerei. "Das ist teuer, aber für uns rechnet sich das, weil wir so die Kunden bei der Stange halten", betont Karsten. "Studienhefte sind ganz klar das Leitmedium und zur Lernstoffvermittlung bestens geeignet."

2. Der Online-Austausch mit anderen auch nicht

Gelernt wird in erster Linie mit den Studienheften, aber die gesamte Kommunikation mit der Fernschule und den anderen Studenten wird über das Internet, das Online-Studienzentrum, abgewickelt. [...] Über das Online-Studienzentrum finden sich auch die Arbeitsgruppen. Fernlerner interessieren sich sehr dafür, wer in ihrer Nähe wohnt, denselben Fernlehrgang belegt hat und in etwa mit dem Stoff soweit voran gekommen ist wie sie selbst.

Unter Beachtung des Datenschutzes fördert die Fernschule es, dass die Lernenden untereinander Kontakt aufnehmen können und eine Arbeitsgruppe bilden. Denn solche Arbeitsgruppen sind der Garant dafür, dass der Einzelne trotz gelegentlicher Motivationskrisen sein Studium durchhält. Mit dem Ausbau des Online-Studienzentrums im Januar 2010 soll der Aufbau von Arbeitsgruppen gezielt vereinfacht und weiter vorangetrieben werden.

3. Asynchrone Kommunikation bevorzugt

Am häufigsten sind "asynchrone" Arbeitsgruppen zu beobachten, die in erster Linie sich über Foren austauschen. Für das ILS war es ein wichtiger Lernprozess zu beobachten, dass zeitgleiche Treffen aller "Schüler" im Internet nicht besonders gut funktionierten. [...] Viele Berufstätige sind nicht bereit, jede Woche zu einer ganz bestimmten Zeit im Netz zu sein.

4. Verbindlichkeit durch interaktiven Studienplaner

Einige Fernschüler sind noch nicht einmal bereit, den zeitlichen Ablauf eines Studiums, wie ihn die Fernschule vorgibt, zu akzeptieren. [...] Ihr Argument: "Ich habe mich extra für ein Fernstudium entschieden, damit ich lernen kann, wann ich will." Für solche Freigeister hat das ILS in seinem Studienzentrum den "interaktiven Studienplaner" im Angebot, damit jeder, der es sich zutraut, sein Studium selbst planen kann, denn ganz ohne Zwischentermine und Meilensteine klappt es auch im Fernstudium nicht. Der "Studienplaner" enthält Empfehlungen des ILS, wie das Studium ablaufen sollte. Die endgültigen Termine werden aber vom Lernenden selbst eingetragen. Der erhält dann zum richtigen Zeitpunkt eine E-Mail oder eine SMS von sich selbst, mit einer Erinnerung an die selbst gesteckten Ziele. "Freiwillige Verbindlichkeit schaffen", nennt sich das im Sprachgebrauch der Fernschule.

[...]



ILS-Pressestelle c/o Laub & Partner GmbH · Melanie Thieme
Tel.: 040 / 656 972-13 · Fax: -50 · E-Mail: melanie.thieme@laub-pr.com

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