Journalismus - gegen das autorisierte Wort

Die "taz" beklagte schon länger, dass Politiker immer häufiger nachträglich nicht nur die Antworten umschreiben, sondern auch missliebige Fragen einfach streichen würden. Die "New York Times" reagiert nun auf diese Problematik und lehnt Interviews, die nachträglich autorisiert werden sollen, ab.

Es ist mittlerweile fast zehn Jahre her, dass die "taz" ein Interview mit dem damaligen SPD-Generalsekretär und aktuellem Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz druckte, seine Antworten jedoch schwärzte, weil er sie nicht autorisiert hatte. Nun hat die "New York Times" dem Autorisieren von Interviews einen Riegel vorgeschoben. Ihre Chefredakteurin Jill Abramson forderte die Redakteure auf, Interviews künftig abzulehnen, wenn eine nachträgliche Freigabe verlangt werde.

Leserrezensionen von Büchern und den Restaurant- oder Hotelempfehlungen von Gästen kann man wohl nicht mehr ohne weiteres trauen. Bislang wirkten sie oft glaubwürdiger als entsprechende Beiträge von Journalisten, weil sie scheinbar authentischer waren. Nun hat aber die "New York Times" aufgedeckt, dass sich ein Autor von einer Agentur über 300 Rezensionen schreiben ließ — gegen Bezahlung. Woraufhin sein eBook zum Bestseller wurde. Und Bing Lie, ein Datenexperte der Universität Chicago, schätzt gar, dass jede dritte Online-Besprechung manipuliert, gefälscht oder gekauft ist.

hsk

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