Radio-Spots für Hamburger Analphabeten - eine Spende des ILS an das ABC-Telefon legt den Grundstein

Weiterbildung Hamburg e. V. sucht weitere Unterstützung bei Hamburger Unternehmen, die sich am Standort engagieren wollen.

Freudiges Pläneschmieden bei der Scheckübergabe am 25. Januar 2005: Mit der Spende des Hamburger Instituts für Lernsysteme (ILS) an die Beratungshotline für Analphabeten, betrieben durch Weiterbildung Hamburg e. V., rückt die Umsetzung eines lang gehegten Planes in greifbare Nähe. Mit Hilfe einer Hörfunk-Kampagne kann die Zielgruppe, ca. 80.000 Hamburger mit massiven Lese- und (Recht-)Schreibschwächen, direkt erreicht werden. Seit dem 8. September 2004 - dem "Weltbildungstag" - bis Ende 2004 hatte das ILS einen Euro pro Neuanmeldung zu einem ILS-Fernlehrgang für das ABC-Telefon zurückgelegt, 5.875 Euro sind so zusammen gekommen. Zur Durchführung der effektiven Hörfunk-Kampagne fehlen allerdings immer noch mindestens 3.500 Euro. Hier ist die Unterstützung weiterer Hamburger Unternehmen gefragt. Ein zusätzlicher Anreiz: Die geplanten Radio-Spots sollen im "Abspann" jeweils die Unterstützer namentlich nennen.

Dem enormen und in vielerlei Hinsicht ungedeckten Bedarf an Beratungs- und Bildungsangeboten für Menschen mit Lese- und (Recht-)Schreibschwierigkeiten begegnet das ILS mit gezielter finanzieller Unterstützung: "Das ABC-Telefon ist für uns erster Ansprechpartner und Empfänger unserer Spende, weil deren neutrale fundierte Beratung die Basis für eine erfolgreiche Alphabetisierung ist", erläutert ILS-Geschäftsführer Ingo Karsten bei der Scheckübergabe. Betroffene, deren Angehörige sowie Multiplikatoren wie Arbeitgeber und Ämter bekommen beim ABC-Telefon Informationen über die verschiedenen Anbieter von Alphabetisierungskursen in Hamburg und werden an die richtige Stelle vermittelt.

"Nur wer ausreichend lesen und schreiben kann, kann an unserer Gesellschaft aktiv teilnehmen - privat wie beruflich", betont Karsten. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Alphabetisierung e. V. leben ca. 4 Millionen sogenannte funktionale Analphabeten in Deutschland. Trotz Schulpflicht haben diese Menschen aufgrund besonderer biografischer, schulischer und sozialer Umstände das Schulsystem ohne grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben oder Rechnen verlassen. In Hamburg sind es vermutlich 80.000 Analphabeten. Demgegenüber stehen hier nur rund 1.000 entsprechende Kursplätze zur Verfügung. Mit der Kürzung der staatlichen Zuschüsse bei der VHS werden etliche Teilnehmende die höheren Kursgebühren nicht mehr bezahlen können.

Menschen mit Lese- und (Recht-)Schreibschwächen verbergen häufig ihre Schwierigkeiten, weil sie befürchten, bloßgestellt zu werden. Oft wissen sie nicht, wo sie Hilfe bekommen können. Regina Beuck, Geschäftsführerin von Weiterbildung Hamburg e. V., freut sich deshalb ganz besonders über den Vorstoß des ILS: "Mit den jetzigen Zuschüssen der Stadt können wir gerade einmal die Beratung unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-10 20 555 von Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr aufrecht erhalten. Öffentliche Kampagnen bleiben auf der Strecke. Diese Spende hilft uns ganz erheblich, mit besonderen Aktionen die Betroffenen und ihr Umfeld direkt anzusprechen." Rund 1.400 Menschen haben seit dem Start des ABC-Telefons im September 2000 die Beratungshotline angerufen. "Es könnten mehr sein", so Beuck, "wenn wir sie nur erreichen."

Mit einer Hörfunk-Kampagne sollen Betroffene und Angehörige ermutigt werden anzurufen, um konkrete Hilfestellung zu bekommen. Eine solche Aktion kostet mindestens 10.000 Euro. ILS-Geschäftsführer Ingo Karsten ruft deshalb im Rahmen der Spendenübergabe alle Hamburger Unternehmen auf, sich vor Ort für die Bildung sozial benachteiligter Menschen einzusetzen und das ABC-Telefon zu unterstützen.

Weitere Informationen zum ABC-Telefon und zur Spendenaktion erhalten Sie bei Weiterbildung Hamburg e. V. unter 040 / 28 08 46-40. Weitere Informationen zum ILS erhalten Sie telefonisch unter 040 / 675 70-102 oder im Internet unter www.ils.de.

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Dörte Giebel
Referat Öffentlichkeitsarbeit
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