Vertrauen in Zeitungen schwindet

Dass das Vertrauen, das man als Leser einer Zeitung entgegenbringt, rapide schwindet, wurde nun durch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup bestätigt. Danach traut nicht mal mehr jeder vierte Leser der Berichterstattung seiner Tageszeitung, 1979 war es noch jeder zweite.

Die Umfrage wie viel Vertrauen die Leser einer Zeitung entgegenbringen, wurde zwar in den USA durchgeführt und betraf nur amerikanische Zeitungen, dürfte aber auch - gefühlt - auf hiesige Zeitungen übertragbar sein. Einziger Trost: großen Unternehmen (22 %), Gewerkschaften (20 %), Krankenkassen (19 %) und Abgeordneten (10 %) vertrauen die Leser noch weniger.

Dabei ist die Exklusivität einer Nachricht heutzutage schon nach wenigen Minuten Geschichte, weil ein spektakulärer Scoop schamlos von der Konkurrenz aufgegriffen wird, sobald er veröffentlicht wurde. Um diesem Dilemma zu entkommen, hat die Chefetage der amerikanischen Tageszeitung "USA Today" ihre Redakteure nun aufgefordert, künftig persönlich, kantig und kontrovers zu schreiben, um zu einer unverwechselbaren Marke zu werden. Constantin Seibt hält den Ansatz, "schreibt ab heute was Provokatives", jedoch für völlig unbrauchbar.

hsk

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