Urheberrecht im Zeitalter des WWW

Darüber, dass das Urheberrecht im Zeitalter des Internet der digitalen Realität angepasst werden muss, sind sich alle einig, weshalb es in diesem Jahr novelliert werden soll. Die Frage ist nur, wie das geschehen soll, mit welchen Mitteln und welchem Ziel.

Während Verlage und Plattenfirmen ein Leistungsschutzrecht im Gesetz verankern wollen, damit sich künftig niemand mehr Musik, Bilder oder Texte kostenlos runterladen kann, fordern Internet-Plattformen wie Facebook oder Google, dass jeder User künftig einen größeren Teil des geistigen Eigentums kostenlos nutzen dürfen.

Dass die Urheber geistiger Werke "zwischen den mächtigen Interesser der Verwerter (= Content-Industrie) und den ebenso mächtigen Interessen der Internet-Nutzer (= Plattform-Industrie)" zerrieben werden könnten "wie ein Stück Parmesan", befürchtet dabei nicht nur Freischreiber, der Berufsverband freier Journalisten.

Auch der Netz-Experte Sascha Lobo hält nichts davon, "die vernetzte Gesellschaft dem veralteten Urheberrecht anzupassen" statt "die entsprechenden Geschäftsmodelle dem Internet". In seiner Kolumne auf "Spiegel Online" weist er aber auch darauf hin, dass das Fortbestehen eines freien und offenen Netzes auch davon abhängt, "ob sich mit Inhalten ausreichend viel Geld verdienen lässt".

hsk

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