Bundespräsident im Kreuzfeuer der Medien

Nachdem wir erst im vergangenen Jahr unserem Wortschatz das Verb "guttenbergen" (für abschreiben) hinzufügen konnten, kommt nun ein neues Wort dazu: "wulffen", was in etwa so viel bedeutet wie jemandem die Mailbox vollquatschen. So schnell kann es also gehen, wenn ein Bundespräsident dem Chefredakteur der "Bildzeitung" eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlässt und ihm mit "Krieg" droht, um die Berichterstattung über sich und seine Kreditaffäre zu unterbinden.

Dass ausgerechnet der Boulevard sich zum Leitstern des Journalismus aufschwingt, mag Wolfgang Michal jedoch nicht einfach so hinnehmen. Dass das nicht nur geschmacklose, sondern auch nicht zu belegende Gerücht, seine Frau habe noch vor sechs Jahren als Lady Victoria in einem Osnabrücker Sex-Club gejobbt, den Bundespräsidenten derart erzürnt habe, vermutet Stefan Winterbauer in seinem Meedia-Blog. Zwar wird über diese offenkundig üble Nachrede bislang nicht offen debattiert, doch sowohl die "Tagesschau" als auch der ARD-Talkmaster Günther Jauch deuteten nebulös an, dass dies der eigentliche Grund für Wulffs "Eselei" gewesen sei.

hsk

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